Im Farbenrausch

Mai 29th, 2012

Montag, 28.05.2012

Meine Route führte heute nochmal in den Nordwesten der Insel, die Gegend, die ich mir für ein selbstgestaltetes Seminar “Wandercoaching für berufliche Orientierung” ausgesucht habe.

Hier ist es ruhig und ursprünglich – eine, wie ich finde, perfekte Kombination, um sich mal mit eigenen grundlegenden Fragen in Ruhe zu beschäftigen. Was es noch braucht, sind Übernachtungsgelegenheiten und einen Seminarraum für eine kleine Gruppe. Auch das soll hier zu finden sein. Und richtig, hier treffe ich Joachim – aber dazu später mehr.

Welch ein Tag heute: glasklare trockene Luft, kein Wölkchen am Himmel, zum Wandern perfekte 20Grad! Im kleinen Örtchen Santo Domingo parke ich und suche mir den Beginn der Weitwanderroute GR130 Richtung Barlovento.

Und los gehts, direkt auf alten Pfaden hinein in einen ersten Barranco, eine Schlucht mit den typischen Höhlen im vulkanischen Gestein. Wieder mal ganz für mich, denn in dieser Jahreszeit verirren sich nur wenige Touristen nach La Palma. So habe ich alle Zeit der Welt zum Schauen und Erleben.

Bunt, bunter, knallig bunt! Kann man vom Einsaugen der Eindrücke der Natur einen Schwips bekommen? Ja klar, wenn man, ganz Auge und Nase, ganz jetzt und hier, die Landschaft wirken lässt!

Hier dominiert nicht Vulkanschwarz, sondern das Rostrot verwitterter Erde. Dazu gedeihen typische Wüstenpflanzen wie Opuntienkakteen mit ihren rosaroten oder gelben Blüten, die kräftigen Säulen der Kandelaberwolfsmilch mit roten dreieckigen Furchtansätzen und gelb blühende Hartblattbüsche. Mitunter duftet es nach Fenchel und herb nach anderen Gewürzen.

Der Weg führt mich hinaus aus dem Barranco auf sanft abfallendes Gelände. Über mir der tiefblaue Himmel, getupft mit ein paar kleinen Wolken. Viel Grün und Gelb auf den Hängen, vereinzelte Drachenbäume und jede Menge riesige Blattrosetten der Aloe. Alte verlassene Steinhäuser fügen sich mit ihrem Rotbraun in die Landschaft ein. Und unter mir als steter Begleiter das tintenblaue spiegelglatte Meer, das sich an der steinigen Küste weißspritzend bricht. Welch ein Genuss!

Am Point-of-must-return meines Weges entdecke ich noch ein Kleinod: eine begehbare Höhle, sauber geputzt, mit ein paar kleinen Hängepflanzen an den Wänden. Wer hatte hier wohl mal sein Sommerreich? Noch ein paar schnelle Fotos, dann mache ich mich auf den Rückweg. Ich habe ja noch einen Termin mit Ferienhaus-Joachim.

Ihn treffe ich auch pünktlich vor seinem frisch gestrichenen Haus. In seinen klapprigen, aber funktionierenden Mini-Allrad steige ich ein, und Hütehund Luna deponieren wir halbglücklich zwischen meine Beine. Mehr Platz ist nicht im Wägelchen. So geht es steil bergan zu drei Ferienhäusern, die Joachim vermietet.

Er führt mich langsam durch ein Zauberreich an Terrassen, Gartenecken und lauschigen Sitzplätzen. Überall blüht und rankt es. Am hinteren Ende des Geländes zeigt er mir noch zwei Höhlen, die der palmerische Besitzer gerade ausbaut für seine Sommerbehausung. Ich bin ganz hingerissen von der Idylle. Hier kann man wirklich zur Ruhe kommen und die Wichtigkeiten des Lebens geraderücken!

Das ist schon der zweite Flecken hier in der Gegend, die sich für ein Seminar anbietet. Die Finca “Falkenflug”, die ich mir heute morgen angesehen habe, ist ähnlich einfach, stilvoll und romantisch gelegen. Dort gäbe es auch einen sehr schönen Seminarraum und Hausfrau Ruth, die sich als Köchin angeboten hat. Auch nicht zu verachten, sich bekochen zu lassen.

Mal sehen, wie ich meine Seminarpläne in die Tat umsetze – es kann einfach nur gut werden!

Tiefe Wasser und heiße Rhythmen

Mai 26th, 2012

 Samstag, 26.05.2012

 Der Mensch besteht bekanntlich aus 70% Wasser. Vielleicht drängt es ihn auch deshalb aufs weite Meer…

Gut verpackt in eine Windjacke und eine rote Schwimmweste, besteige ich mit ein paar anderen Verwegenen das PS-starke Gummischnellboot “Inia Ocean Explorer”. Wir hoffen auf das Erlebnis, Delfinen, Walen und Schildkröten ein wenig näher zu kommen.

Und schon geht´s los, erst sachte und zunehmend mit erstaunlicher Kraft, heraus aus dem kleinen Hafen von Tazacorte bei bestem Wetter und ruhiger See.

“Ich erwarte nichts und genieße das einfach”, rede ich mir ein. Aber natürlich stellt mich die erstmal ziemlich ereignisfreie Fahrt auf die Probe. Das Frauenpowerteam des Bootes schafft es allerdings sehr gut, uns das Erlebnis des brausenden Windes und der Salzluft mit vielen Erklärungen über Palma und seine Meeresbewohner zu garnieren. Ab und zu steuern wir eine Ansammlung von Gelbschnabel-Sturmtauchern auf dem Wasser an. Hilft nichts, sie sind nicht im Fressrausch, sondern ruhen sich dort nur aus…

Dann mit einem Mal, nahe einer kleinen Bucht, eine Haiflosse! “Wow, das ist was Besonderes”, erklärt Lisa uns. Ein Hammerhai sei das, für Menschen ungefährlich, so dass mit ihm Baden kein Problem sei.

Und weil langes Warten bekanntlich belohnt wird, genießen wir ganz am Ende der Tour noch das Auftauchen eines Bartenwals. Einer, der irgendwie seine Rückenflosse eingebüßt hat, was offensichtlich seinem Lebenstrieb nicht geschadet hat. Sein Rücken ist auch ohne Flosse beachtlich. Er gönnt uns drei “Blas”, dann taucht er gemächlich wieder ab in die 3000m tiefe See. Und hinterlässt uns glücklich und beeindruckt von seiner Eleganz.

Nach diesem Erlebnis finde ich zurück in die menschliche Umgebung und schlendere noch ein wenig ohne Ziel durch das Städtchen Los Llanos. Ein Plakat “Fiesta Latino” und entfernte Musik weisen mir den Weg zu einem ausgelassenen Straßenfest. Hier sirrt die Luft von Salsa-Klängen und dem Gelächter der Tanzenden. Egal, ob jung oder älter, hier tanzt alles, was zwei Beine hat! Sie haben sich schön gemacht, die Palmeros: ganz in Weiß und Rot, und frau zeigt die aktuelle Schuhmode mit Highheels und Keilabsatz. Mann genießt es und ist charmant zu jederfrau.

La Palma, die Sonneninsel, Du machst wirklich Spaß!

Das Café am Ende der Welt

Mai 26th, 2012

Freitag, 25.05.2012Eigentlich war es ja als kurzes 2-Stunden-Wanderründchen geplant – doch es kam anders…

Startpunkt war eine kleine Plaza im Nordwesten der Insel, mit ein paar in die Jahre gekommenen Parkbänken.

Von dort aus ging es auf einem alten Karrenweg stetig abwärts. Hier und da ein einzeln stehendes Haus, meist halb verborgen zwischen rotblühenden Kakteen und trockenem Gestrüpp. Viel Ausblick aufs Meer und der Tiefblick in eine Schlucht ließ meine Gedanken langsam zur Ruhe kommen. Manchmal am Wegesrand auf einem Mäuerchen wurden in einem Körbchen Orangen oder Samen gegen ein paar Euros angeboten. Man merkt, hier in dieser sehr ländlichen Gegend gelten andere Gesetze fürs Vermarkten.

Dann das erste Higllight: einige altehrwürdige Riesen-Dragos, Drachenbäume, geben dem Wanderer unversehens das Gefühl von eigener jugendlicher Unerfahrenheit. Man bedenke, wie lange diese Bäume schon Stürmen, gleißender Sonne und Trockenheit trotzen. Und wir regen uns auf über die Hektik des Alltags und die ersten weiße Haare… Schon absurd, der Mensch!

Der verwinkelte Weg ist schmal und scheint ins Nichts zu gehen. Und dann ein verheißungsvolles Schild: zum Café dortlang…

Welche ein wunderbares Fleckchen hat sich Frohmut Schweizer ausgesucht für ihr Café “Biofinca Aloe”: hoch überm Abgrund, mit direktem Blick aufs Meer, hat sie ein paar Sitzplätze mitten in Blumen am steinigen Hang eingerichtet.”Alles vegan und frisch. Jede Zutat für unsere Kuchen und Salate tragen wir auf unserem Rücken hierher”, steht auf der kleinen Angebotskarte. Hier verbringe ich eine frohe, gelassene, zeitlose Weile bei Milchkaffee und selbstgemachtem Kuchen und weiß: dafür hat sich der Weg schon gelohnt!

Auch die weitere Wanderung ist ein Genuss, den ich durch ausgiebiges Fotografieren von restaurierten Wohnhöhlen, Blüten und Aussichten auf das tiefblaue Meer ganz von selbst weiter ausdehne. Den Schildern des Weitwanderweges GR 130 folge ich über einsame Hänge, auf denen großhörnige Ziegen im hohen Gestrüpp grasen und vorbei an einer alten Mühle. Ich scheine allein zu sein in dieser Landschaft, bis auf die wenigen besonderen Menschen, die diese Schlucht für ihren Traum vom Aussteigen und Hierbleiben gewählt haben.

Und wieder einmal im letzten Abendlicht steige ich die letzten Meter zum geparkten Auto auf, angefüllt mit der Ruhe, die in mir über die Wanderstunden entstand.

Tief aus dem Innern kam es glühend hoch…

Mai 22nd, 2012

Dienstag, 22.05.2012

…und brachte neues Land hervor.

Zuletzt 1971 spuckte der Vulkan Teneguía Lava und Gestein aus mehreren Schloten.

Meine heutige Must-do-Wanderung zum südlichsten Punkt von La Palma lässt sich mit “spektakulär und staubig” betiteln.

Es ist schon spaßig, den mit feinem Lavamaterial bestückten Weg vom lang erloschenen Vulkan San Antonio hinabzusliden! Hurtig, hurtig war ich am Fuße des Teneguía angelangt und konnte mir für den Aufstieg zum Gipfel viel Zeit lassen. Jeder Hangabschnitt ist ein eigenes Wunderwerk, mal feinkörnig schwarz, mal mit bunten Blöcken übersät, mal schroff und spitz, mal kissenartig sanft. An ein paar Stellen riecht es noch nach den austretenden Schwefelgasen, die weiße oder gelbe Ablagerungen rund um das Austrittsloch hinterlassen.

Ein kleines Stück Kraxelei zum Gipfel nötigte mir Respekt ab. Denn ganz allein war ich auf dem Weg, da ist ein verknackster Fuß nicht wirklich ratsam. Oben angelangt lohnt sich der weite Blick auf die Reste der Lavaströme, den Leuchtturm an der Südspitze und die Salzgewinnung mit ihren Absetzbecken.

Dorthin ging weiter mein Weg, steil bergab – “oh weh, das muss ich wieder hochwandern…” Schade, es war nicht das rechte Licht, um die Salinen auf Foto zu bannen. Interessant ist es doch, die unterschiedlichen Becken mit ihren langsam wachsenden Meersalz-Kristallen zu umrunden.

Kaum war ich rum, sah ich in der Ferne einen öffentlichen Bus auf den letzten Metern vor dem Parkplatz. “Das soll wohl Fügung sein”, dachte ich mir und angelte mir ein Ticket für die Rückfahrt. Nun gut, nicht Fügung, sondern ein schönes Zusammentreffen! Ich bin ja nicht zum Arbeiten hier, sondern zum Genießen :-)

Blau kann ja Jeder!

Mai 22nd, 2012

Montag, 21.05.2012

“Blau kann ja Jeder”, sagt sich die Tajinaste und gibt ihr Bestes, um eine herrliche rosarote Blütenkerze in den tiefblauen Himmel zu strecken. So steht sie in ihrer ganzen Pracht in einer Wegkurve kurz unterhalb des höchsten Gipfels von La Palma.

Wie viele Touristen, die dem Roque de los Muchachos entgegeneilen, nehmen das Besondere dieser Blüte wahr? Tajinasten blühen doch im Augenblick an vielen Stellen.

Stimmt schon, das sind aber Blaublütige, nämlich “Tajinaste azul de Cumbre”.

Ja, die Rote ist etwas Besonderes. Sie erfreut meine Sinne und verführt mein Fotografenherz zu einer ausgedehnten Nahaufnahmen-Session, mit der ich auch den 3cm großen nektarschlürfenden Falter aufs Bild banne. Nach 20 Minuten sehe ich aus wie Hund nach Gebüschwühlen – und bin beglückt bis in die Zehenspitzen!

Weiter gehts hinauf zum Roque, der mich empfängt mit warmer Nachmittagssonne. Die Sicht in die Nordwand der Caldera ist beeindruckend, schroffe Felskanten und tief abfallende Flanken, die immer wieder milde von Wolkenschwaden verdeckt werden.

Für den Heimweg wähle ich die Route nach Osten an der Außendwand der Caldera entlang. mit ein paar letzten Motorradfahrern tausche ich einen abendlichen Gruß und fahre weiter im Alleingang die Serpentinen hinab. Von denen gab es wahrlich heute genug!

Und dann, im letzten Büchsenlicht zurück im Casa Petra, kommt ein wenig Wehmut auf. wie gern hätte ich jetzt einen guten Freund, eine gute Freundin an meiner Seite für einen kleinen Plausch! Nun, ich habe es ja selbst gewählt, das Alleine-Reisen…

Loslassen und Genießen

Mai 20th, 2012

Samstag, 19.05.2012

Mein Ziel für heute ist die Wanderung auf den Pico Bejenado, ein Vulkankegel inmitten der Caldera de Taburiente. Von dort soll man den schönsten Blick in das Caldera-Innere haben.

Davor haben die Götter den Weg gesetzt: es geht durch den typischen Waldweg unter spanischen Kiefern stetig bergan.

Das Ehepaar vor mir ist bald aus meinem Blick davongelaufen, so dass ich ganz für mich bin. Die Kamera griffbereit, äuge ich auf jedes kleine Pflänzchen, um es in ein Foto zu bannen. Bis mir irgendwann doch klar wird: das stresst mich ja total, und ich erlebe die Gegend eigentlich garnicht.

Aha, da ist also wieder mal Loslassen angesagt! Genau darum ging es doch in der Wandercoach-Weiterbildung letzte Woche. Jetzt kann ich es wieder üben, das “im Hier und Jetzt sein”.

Und so packe ich die Kamera weg, trinke nochmal etwas, um danach beim Gehen einfach mal wahrzunehmen: den Druck meiner Füße auf dem nadelweichen Waldboden, die genau richtige Temperatur des sanften Windes auf meinen Armen, zwischendurch der herbtrockene Geruch der Kiefernnadeln, die Ruhe um mich herum, der Schrei eines Raubvogels über mir. Sogar das Rascheln meiner aneinanderreibenden Hosenbeine fällt plötzlich als laut auf. Langsam finde ich zu meinem Rhythmus, zu meinem Schwung und bin erstaunt, wie leicht sich das Gehen anfühlt.

Beim Zwischenstopp “El Rodeo”, einem felsigen Absatz, zweigt sich der Weg zu einer Entscheidung – nach oben auf den Bejenado oder auf einem anderen Weg zurückgehen?

Für mich keine Frage, obwohl schon einige Zeit Nebelschwaden schwirren, die Luft abkühlen und den Blick versperren. Heute geht es ja ums Loslassen – also auch darum, das Ziel mal loszulassen und den Weg zu genießen.

Das Ehepaar von heute morgen steht auch überlegend hier oben. Er ist bereits, gespornt und gestiefelt, ein paar Schritte auf dem Heimweg, sie überlegt noch und meint zu mir: “wir wissen nicht so recht, ob sich der Aufstieg lohnt.” Tja, ist der ganze Weg also dahin, wenn das Ziel “wunderschöner Blick in die Caldera” heute nicht erreicht wird? So denken die Beiden offensichtlich. Mit leicht enttäuschten Gesichtern lassen sie das Ziel fahren und steigen ab. Und wissen doch noch nicht, was oben sein wird.

Ich mache mich genießend auf zu den letzten 3 Kilometern Richtung Gipfel und fühle Neugier, was ich noch zu sehen bekomme. Der Weg wird steiler, steiniger und lässt neben mir die abfallende Tiefe im Nebel erkennen.

Der Pico empfängt mich mit seinem Höhenschild – und Nebelschwaden. Macht nichts, ich genieße eine kleine Weile meine Brotstulle und den kühlen Saft. Ein Versuchsfoto “Ich am Gipfel” mit dem Selbstauslöser wird solala. Da kommen weitere Wanderer, und wir erhaschen miteinander für einen kurzen Augenblick die Sicht auf den Caldera-Rand in einer blauen Sonnenlücke. Hurra, ich bin hier oben!

Auf dem geduldigen Serpentinen-Rückweg sinniere ich noch eine Weile, was wohl passiert, wenn man auf seinem Weg zusehr zweifelt, vorzeitig umkehrt und dadurch das lohnend geglaubte Ziel fahren lässt. Wie lange wohl wird man diesem Verlust nachtrauern? Wie sehr brennt sich ein Gefühl von Versagen in die Erinnerung ein? “Man hätte doch vielleicht…” “Wäre es besser bewesen, wenn…?” Wann kann man dieses nicht erreichte Ziel innerlich wirklich loslassen und nach vorne schauen?

Ein herrlicher Tag war´s, und dabei ein Tag, an dem ich meine Idee von Wandercoaching für mich getestet habe. Denn auch das Selbstcoaching hat sein Potenzial!

 

Die Qual der Wahl

Mai 20th, 2012

Freitag, 18.05.2012

Irgendwo in meinem Kopf lauert ein kleines verhutzeltes Wurzelmännchen und schwingt drohend eine Keule. Dabei singt es mit krächzender Stimme: Entscheide Dich, was willst Du tun? Nur nichts verpassen! Was ist das Wichtigste, das tue gleich!Dieses Wurzelmännchen ist ganz schön hartnäckig. Ich weiß ja, es will mich einfach in Schwung bringen… Also versuche ich es mit Akzeptieren: offensichtlich gehört dieses innere Reden meistens dazu. Also Durchatmen, Lächeln und einfach mal mit Brote-Schmieren, Getränke-Einpacken und Kamera-Richten anfangen. Der Rest kommt dann schon!

So sah mein Tag dann aus:

Im Besucherzentrum der “Caldera de Taburiente” habe ich – sogar mit einem extra für mich gestarteten Film – Vieles erfahren über den vulkanischen Ursprung der Insel und über die verschiedenen Wanderwege des Caldera-Nationalparks.

Mit dem Mietwagen ging es dann von El Paso aus entlang der südlichen Route. Manches Dorf strahlt sogar heute, an diesem bewölkten Tag, mit seinen bunt angestrichenen Fassaden. Dazu die blaublühenden Jacaranda-Bäume, Palmen, blühende Feigenkakteen und natürlich riesige Bananenfelder.

Auf die könnte ich durchaus verzichten. Sie sind über große Flächen in weiße Plastikhäuser eingetütet – kein so schöner Anblick. Nur, was täte La Palma ohne Bananen? Die Arbeitslosenquote liegt jetzt schon bei 30%. Ohne die Plantagen sähe es noch schlimmer aus – oder aber, man könnte den Tourismus dann besser ankurbeln, wenn die Blicke nicht von den Monokulturen getrübt wären. Wer weiß.

Das Örtchen San Pedro kurz unterhalb der Hauptstadt Santa Cruz war mir eine Fototour wert, so bunt, soviel Neu neben Alt. Sogar direkt neben einer wichtigen Durchgangsstraße eine mit Getreide bepflanzte Terrasse, auf der ein Bauer gerade seine 3 Kühe fütterte.

Die reich mit Gold verzierte Kirche zeigte noch die Blumenreste des gestrigen Feiertags.

Weiter gings mit dem Mietwagen zur Südspitze der Insel. Dort nimmt ein großer Hotelkomplex die Küste ein, und der Ort Fuencaliente wirkt moderner und lebendiger. Dabei ist dieser Ableger des Tourismus hier durchaus umstritten. Man hat wohl Angst davor, die Insel könnte in Ballermann-Manier verdorben werden…

Zurück im Casa Petra gienieße ich bei einer Melone den Sonnenuntergang, den roten, und meine Fotos als Rückblick auf einen guten Tag.

Angekommen im Paradies!

Mai 17th, 2012

Donnerstag, 17.05.2012Angekommen im Paradies!Das denke ich gerade, während ich auf der Terrasse meines Ferienhauses Casa Petra sitze und mein Frühstücksmüsli celebriere.

Herrliche Ruhe um mich herum: kein Autogeräusch, keine Kuhglocke und kein Stimmengewirr lenken meine Ohren ab vom Rascheln der Palmwedel und dem Gesang eines unsichtbaren Vogels.

Als sei es vom Himmel heruntergeschwebt und hätte sich dieses Fleckchen zum Verwurzeln ausgesucht, so steht Casa Petra mitten auf einem Lavahang oberhalb des Leuchtturmes von Puerto Naos. Die Besitzer sind wahre Landschafts- und Gartenkünstler: Basaltsteine, Stricklava und kleine Wege aus Vulkanasche säumen Feigenkakteen, Strelitzien, Oleander und viele andere Pflanzen ein. Es ist ein Garten, der fast völlig naturbelassen aussieht und doch bewusst mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde.

Ein leichtes Ziehen in meinen Waden spüre ich heute morgen – die gestrige Wandertour zu den Quellen “Marco y Cordero” im Lorbeerwald von Los Tilos war ausgiebig mit langem Abstieg und einfach wunderschön. Die Vielfalt der Pflanzenwelt, spektakuläre Ausblicke in die tiefen Schluchten, 13 urige Tunneldurchquerungen inklusive kalter Quellen-Wasserdusche, der man sich plastikverpackt oder auch “naturbelassen” stellen kann, machen Laune – ich kann sie jedem Wanderer nur wärmstens empfehlen!

Heute lasse ich es ruhig angehen. Immerhin habe ich ganze 15 Tage Zeit. Wenn nur nicht mein Hirn immer wieder dazwischenquatschen würde: “jetzt schnell, überlege doch endlich, was Du hier erleben und entdecken willst!” Ist es denn so schwer, im Hier und Jetzt zu bleiben? Ja, das ist es wohl, und es nervt – und ist doch genau das, was ich hier erleben möchte!

Mein Sonneninsel-Blog

Mai 14th, 2012

Hallo an Alle,

 ab 15.05.2012 erscheinen in loser Folge Beiträge in diesem Blog zum Thema La Palma. Diese Insel werde ich in den nächsten 2 Wochen erforschen und Euch berichten von schönen Plätzen, Wanderungen und Erlebnissen.

So könnt Ihr mit mir zusammen diese Insel ein wenig kennenlernen. Und vielleicht macht Euch das, was Ihr lest, neugierig darauf, mal an einem Workshop “Impulse für Veränderungen beim Wandern finden” teilzunehmen.

 Die Reise beginnt – Neues liegt auf dem Wege :-)

 Die wanderlustige Coachfrau Ulrike